Fischer und sein Netz - Beitragsfoto: Ideen finden - 7 Tipps für mehr Kreativität und Einfälle

Ideen finden – 7 Tipps für mehr Kreativität und Einfälle

“Woher bekommst du eigentlich deine Ideen? Ich bin nicht kreativ, möchte gerne wissen, wie ich Ideen finden kann. Hast du mir ein paar Tipps?

Zu dieser Frage sammle ich heute meine Gedanken und überlege, was ich so alles mache, um Ideen zu finden. Ich denke, jeder Mensch hat viele Ideen – das Problem ist nur, dass so mancher sie gar nicht bemerkt und sie an ihm vorüberziehen. 

Die Suche nach Ideen ist eine innere Haltung und ein bestimmter Blickwinkel, wie du die Dinge der Welt wahrnimmst.

Fischer auf Netzen - Beitragsfoto: Ideen finden - 7 Tipps für mehr Kreativität und Einfälle

Ideenfischer 

Als ich nach einem passenden Foto für das Thema „Ideen finden“ suchte, blieb ich an diesem Foto hängen, das ich in Gujarat (Indien) von einem Fischer gemacht habe. Abgesehen von der Farbkomposition, hat mich beeindruckt, wie die Fischer mit ihren Bergen von Netz verbunden waren. Das Netz wirkte wie ein Kokon, aus dem sie herauswachsen. Dieser Mann freute sich, dass ich mich für seine Arbeit interessiere, er lachte und winkte mir zu.

Als ich dieses Foto sah, dachte ich, „Ich geh bei der Suche nach Ideen ähnlich vor, wie ein Fischer beim Fischen.“

Deshalb sollte ich eigentlich vom Ideen fischen sprechen,
und nicht vom Ideen finden.

Gut vorbereitet geht der Fischer an den Ort, von dem er aus Erfahrung weiss, dass es dort immer viele Fische gibt. Er wirft sein Netz aus und dann heißt es für ihn warten, wach sein, das Meer und die Fische beobachten. Dann, im richtigen Moment, holt er das Netz ein, hoffentlich mit vielen Fischen.

Immer mal wieder gibt es Tage, an denen der Fang schlecht ist oder er gar nichts fängt. Der Fischer gibt deshalb nicht auf, bleibt dran und wirft am nächsten Tag die Netze wieder aus.

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In den Fischgründen der Kreativität

Ideenfindung ist ein aktiver Prozess! 
Werde aktiv, tu etwas, sei energievoll. 
Sei immer wach und bereit,
dass die Ideen zu dir kommen können. 

Wenn du als Fischer nicht aufs Meer hinaus fährst und keine Netze auswirfst, wirst du kaum Fische fangen. 

Und noch was ist wichtig: sei am Anfang nicht wählerisch. Du wirst im Netz nicht nur brillante Ideen finden! Der Fischer wählt erst später aus, welche Fische er behält und welche er wieder ins Meer zurückwirft.

Wenn du von vornherein mit Kritik an die Sache gehst, blockierst du dich selber. Kritik ist tückisch und kann ein echtes Problem sein. Das gilt sowohl für Kritik von aussen, als auch für deine Selbstkritik.

Deshalb: tu alles, was möglich ist, um dich von Kritik freizuhalten.

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1. Suche Orte, die dich inspirieren

Ideen finden kannst du eigentlich überall. Ich habe ein paar Lieblingsorte, die mir aus Erfahrung helfen und die mich inspirieren. Das sind sozusagen meine Fischgründe für Ideen.

Zum Beispiel gehe ich gerne in einen Hallenflohmarkt und schau mir die Alltagsdinge an, mit denen manche Leute lebten. Ich lese die Spuren des Lebens und stelle mir die früheren Besitzer dieser Gegenstände vor.

Allerdings muss ich da alleine hingehen, da kommt die Solitude ins Spiel. Wenn ich mit jemanden unterwegs bin, lenkt mich das oft ab und ich kann nicht in die Lebensgeschichte der Dinge eintauchen. 

Unterwegs sein ist für mich immer sehr anregend.

Oft sitze ich im Zug, beobachte die Menschen am Bahnsteig. Ich höre zu, was sie erzählen, wie sie sich bewegen, „höre“  auf ihre Körpersprache – und gleich sprudeln bei mir die Ideen.

Natürlich suche ich auch Input im Museum, in Ausstellungen, Tanzaufführungen, Theater, Reisen, ich schaue mir Street-Art an oder die kitschigen Fensterdekorationen zu Weihnachten.

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2. Sei offen und interessiert

Werfe dein Netz weit aus und sei offen für deinen Fang. Wenn du dein Netz nicht ausbreitest und es öffnest, wird sich kaum ein Fisch darin verfangen. 

Sei neugierig und spring über deine Gewohnheiten hinweg. Lerne immer wieder etwas Neues kennen, jenseits deiner Komfortzone : Geh durch eine Strasse, in der du noch nie warst, spreche mit Fremden, höre zu, was die Menschen dir erzählen, schmecke die Gewürze unbekannter Speisen …

Und  lese! Lesen ist wie Reisen in Gedanken.

Trotzdem ich hauptberuflich Geschichtenerzählerin bin, lese ich nicht nur Märchen, Mythen und Geschichten, sondern alles mögliche: Bücher, Blogs, Artikel, Zeitungen – egal welches Thema, was immer mir in die Finger fällt. Auch Dinge, die ich eigentlich doof finde.

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3. Sammeln, Ergreifen, Begreifen

Dabei geht es drum, Material zu sammeln, dein Leben zu füllen, etwas zu erleben, an das du dich erinnern kannst.

Dabei verdienen die unscheinbarsten Dinge deine Beachtung. Vielleicht sind die kleinen Fische ja mehr wert, als die großen? Schau dir genau an, was du im Netz hast.

Um Ideen zu be-greifen, zu er- greifen, brauchst du ein Medium, um sie anschaubar zu machen.

Für mich funktioniert dafür das Schreiben am besten. Das Schreiben mit der Hand. Meine Gedanken übersetzen sich in die Schreibbewegung des Körpers und fließen direkt aufs Papier. Das ist näher am Zeichnen und näher am Unbewussten. Tippen mit der Tastatur ist mir dazu schon viel zu abstrakt. Ich komme dabei in keinen Schreibfluss wie bei der Handschrift, es bleibt ein Aneinanderreihen von Buchstaben.

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4. Platz schaffen für Neues

Keine Idee im Büro, Atelier oder Arbeitsplatz? Vielleicht wird es mal wieder Zeit zum Ausmisten und Aufräumen? Nur, wenn das Netz leer ist, kannst du Fische fangen!

Leerräume sind wichtig.

Nicht nur ganz real in deiner Wohnung, sondern auch in deinem Kalender, im Umgang mit der Zeit. 

Wenn du dich zuballerst mit Aktivitäten und Terminen, brauchst dich nicht wundern, wenn du das Gefühl hast, keine Ideen zu haben. Denn du bist ja im Action- und Konsumiermodus. Vielleicht ist es anfangs ganz ungewohnt, du bist irritiert, kannst es kaum aushalten, mal nichts zu tun, mal ohne Musik, ohne Facebook

Langeweile ist nicht was negatives: du kannst den Raum deiner Lebenszeit spüren. 

Suche die Lange Weile, erst in einer Langen Weile kann sich was zeigen.

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5. Solitude und Muße

Ja, die Solitude. Die habe ich vor Jahren für mich entdeckt. Solitude ist Zurückgezogen sein, Minimalismus leben, sich nicht ständig zuballern mit Eindrücken, sich ausloggen vom Computer, ist Telefon abschalten. Das Gute an der Solitude: sie ist reizarm und ablenkungsfrei.

Solitude und Muße braucht es, dass dir die Ideen klar werden.

Sonst sind sie überdeckt von Eindrücken. Du vergißt sie. Sie werden unwichtig oder du bemerkst sie gar nicht.

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6. Ideen finden im Schlaf

Die besten Ideen und Antworten kommen nicht, wenn du verbissen danach suchst. Sie kommen meist in Momenten der Entspannung, wenn sich dein Gehirn in einem anderen Modus befindet. Dann gilt es, die Idee zu erkennen und einzufangen. 

Werfe dein Netz nicht nur im seichten Gewässer aus, in der Tiefsee leben ganz andere Fische. 

Oh ja, auch im Schlaf kannst du Ideen finden. So manche Idee habe ich erträumt. Dazu habe ich mir angewöhnt nach dem Aufwachen nicht gleich aus dem Bett zu springen. Sondern ich sortiere erstmal, was ich aus dem Traum mit in den Wachzustand rüber retten kann. Selbst wenn ich früh aufstehen muss, die Zeit dafür muss sein.

Dann schreibe ich meine Morning Pages. Da wird mir auch vieles bewusst dabei. Da zeigen sich die Ideen, so dass ich sie schon klarer anschauen und verstehen kann.

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7. Warten und nichts erzwingen

Die Fischer beachten diese Zeiten, in denen sich die Fische vermehren. Auch Ideen brauchen manchmal Zeit zum wachsen, brauchen eine Schonzeit.

Verbissen nach einer Idee suchen, dasitzen und hirnen, funktioniert in der Regel nicht.

Zapfe lieber dein noch nicht bewusstes Wissen an. Werfe dein Netz aus und warte. Ideen wollen kommen. Sei aktiv, suche intensiv, doch sei nicht verbissen dabei.

Du kannst es nicht wollen.
Aber üben.
Lass es geschehen.
Hab Vertrauen
Da sein, bereit sein, offen und immer auf der Suche.
Dann können die Ideen zu dir kommen.

Lesetipps:

Stephen Nachmanovitch: Das Tao der Kreativität: Schöpferische Improvisation in Leben und Kunst *

Philipp Barth: Das Buch für Ideensucher: Tipps und Denkanstöße von einem Insider der Kreativbranche *

Jens-Uwe Meyer: Das Edison-Prinzip: Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen *

Frank Berzbach: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: oder Anregung zu Achtsamkeit *

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