Weinfass - Wie der Wein im Fass gärt mein Blog

Mein Blog Ethnostories, seine Geschichte und Entwicklung

Wie der Wein im Fass, gärt mein Blog

„Sie sind doch eine Erzählerin, Sie sollten statt einer statischen Webseite einen Blog haben. Bloggen ist Erzählen …“

„Aber ich bin doch Erzählerin auf der Bühne! … ich drücke mich über gesprochene und nicht geschriebene Sprache aus, ich beschäftige mich mit mündlicher Literatur … ein Blog braucht nur Zeit, die mir beim künstlerischen Arbeiten abgeht … aber, aberaber …“

 

Junger Wein gärt

Mein Blog ist, im Vergleich zu anderen, noch relativ jung. 2010 begann ich erst mit Mikroblogs auf Posterous, dann Tumblr. Zwei Jahre lang probierte ich manches aus und sammelte hauptsächlich Zitate, Videos und Informationen über Erzählkunst und Erzähltraditionen der Welt. Doch gefiel mir die graphische Gestaltung von Tumblr nie wirklich, obwohl ich viel herum änderte und immer mal wieder das Template wechselte.

 

Es gärt …

Die ganze Zeit lag mir ein unsicheres Gefühl im Magen: auch wenn es nur kurze Beiträge waren, das Ganze kostete Zeit und ich fragte mich, wo mein Blog und all die Arbeit bleiben würde, wenn plötzlich einer dieser Services geschlossen würde.

Meine Befürchtungen haben sich bei Posterous ja mittlerweile bestätigt. Nachdem Twitter die Entwickler von Posterous gekauft hatte, brauchte es nicht lange, bis Posterous gestorben war. Das geschah zum Glück erst, nachdem ich schon umgezogen war. Diese Zeit, in der ich probierte brauchte ich wohl schon, denn mit der Zeit entwickelte sich ein Gefühl, wohin ich mit dem Blog gehen will.

 

Und gärt…

Meine Seite auf Facebook war lange Zeit für mich wie ein Zettelkasten und Ideensammler für den Blog. Vieles, das ich dort gepostet hatte, landete letztlich in einem längeren Blogbeitrag. Mittlerweile sehe ich Facebook als wenig nachhaltig an, habe meine Facebook Seite vom Netz genommen und konzentriere mich eher auf den Blog.

Eigentlich kommt mir die Art sehr entgegen, wie mein Blog entsteht und wächst. So ist meine Arbeitsweise: Babysteps, beharrlich dran bleiben, Schritt um Schritt sich die Dinge entwickeln lassen. So erzähle ich, so baue ich mein Repertoire von Weltgeschichten aus, so wächst die Website, so schreibe ich …

 

Und gärt … und gärt …

 

Bis schliesslich …

Mein Blog ist eng verbunden mit der Entwicklung meiner Website. Je mehr ich für meine Webseite schrieb, je mehr Texte entstanden, die zu weit weg von den Informationen über meine Erzählprogramme gingen.

Ich wollte z.B. für das Erzählprogramm „Geschichten vom Dach der Welt – Mythen, Märchen und Erzählungen aus dem Himalaya“ alle Informationen auf einer Seite haben und nicht auf mehrere verteilt. Die Grundinformationen sollten so kurz und übersichtlich wie möglich sein.

Doch wohin mit all den weitergehenden Erläuterungen? Wohin mit meinen Antworten auf die Fragen der Zuschauer? Wohin mit den geplanten Berichten meiner Recherchereisen nach Zentralasien, Bali oder dem Himalaya? Das bekommt hier im Blog einen guten Platz.

 

Der trübe Saft sich klärt!

Diese Themen wären besser aufgehoben in einem Blog! So entschied ich mich, einen Blog zu starten und ihn als Teil meiner Webseite zu sehen. Im Blog sind alle weitergehenden Infos, sind Blicke hinter die Bühne, sind Gedanken und all das was wichtig für meine Arbeit ist.

So richtig habe ich also erst 2012 begonnen Blogbeiträge zu schreiben. Seither bin ich am überarbeiten und ergänzen der Texte. Ab und an beteilige ich mich an einer Blogparade. Und das Ganze macht mir mehr und mehr Spaß.

 

Manchmal läuft das Fass über

Mein größtes „Problem“ beim Schreiben ist, sobald ich beginne, wird der Beitrag länger und länger. Oft zu lang für einen Blog und ich kann locker daraus 2 oder 3 Beiträge bauen. Ideen, über was ich schreiben kann, habe ich viele. Notizen sammle ich beständig und ordne sie, bis ich dazu komme über das bestimmte Thema zu schreiben.

 

Ein seltener Tropfen

Bloggen über Erzählkunst ist in Deutschland sehr dünn gesät, ganz im Gegensatz zu USA, dort hat fast jede Erzählerin einen Blog, in dem sie sich über fachspezifische Themen äussert.

Ich lese oft und gerne diese Blogs – leider ist mein Blog für die Kollegen in USA uninteressant, weil auf deutsch geschrieben. So geht mein internationaler Dialog mit den Kollegen eben über andere Kanäle. Zeitweise habe ich sogar überlegt, ob ich nicht auf englisch blogge, weil ich da mehr Rückmeldung bekommen würde.

 

Eigene Abfüllung

Nach verschiedenen Versuchen mit Rapidweaver und Concrete5 habe ich diesen Blog mit Wordpress gestaltet. Wenn ich unterwegs bin, mache ich mir handschriftlich Notizen, schreibe daheim den Blogbeitrag in Scrivener, setze das ganze auf die Webseite und aktualisiere bei der Gelegenheit gleich noch Kleinigkeiten.

 

Hoffentlich noch viele gute Jahrgänge

Für die Zukunft wünsche ich mir noch mehr Leser – samt einem lebendigen Dialog mit dir! So gerne würde ich mehr über dich erfahren – vor allem, was dich interessiert.

Ich werde wohl auch noch öfters Beiträge darüber schreiben über das „Märchen erzählen lernen“ und ab und an eine von mir neu geschriebene Geschichte veröffentlichen.

Vielleicht will ich auch das Ganze mit Podcasts ergänzen, damit sowohl geschriebene als auch gesprochene Sprache vertreten ist.

Oh und noch einen Wunsch habe ich an dich lieber Leser: sei bitte nicht so geizig mit dem Verlinken! Wenn du meine Beiträge interessant findest, dann freue ich mich über viele Links auf deiner Webseite!

So, das wars.

 

Wohl bekomms, auf Euer Wohl!

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von Alexandra Steiner zum Thema „Die Geschichte meines Blogs“

 

 

Weinfass aus Holz - Artikelfoto: Wie der Wein im Fass gärt mein Blog

 

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